Vrouw bekritiseerd het omgaan met een noodpatiënt

02-02/2018

Deze article staat alleen in het Duits ter beschikking.

 

Autor: Astrid Hoyer-Holderberg

„Sei stets mutig und freundlich!“ Diese Tugenden stellt die Kleverin Stefanie Feld ihrem Erleben voran. Sie schildert, wie ihr 69-jähriger Vater wegen einer beginnenden Lungenentzündung ins Klever Krankenhaus musste und wie beide eine achtstündige Prozedur in der zentralen Aufnahme erlebten. Die NRZ bat Bernd Ebbers, Geschäftsführer Katholisches Karl-Leisner-Klinikums, um Stellung.

Gestresstes Personal

„Ständig wechselndes Pflegepersonal, gestresst, zum Teil unfreundlich, noch gestressteres Ärztepersonal, welches sich noch nicht einmal mit Namen vorstellt, dazu noch übermüdet“, so beschreibt Stefanie Feld das Empfinden: Ein Kranker fühle sich da hilflos und ohnmächtig. „Dort ist wirklich niemand, der einem älteren Menschen in den Stunden der Wartezeit mal ein Wasser anbietet, den ‘Notknopf’ an die Hand legt oder den Weg zur Toilette weist“, so Stefanie Feld.

Mir ist durchaus bewusst, dass wir schwierige Pflegezustände haben, viel zu wenig Pflegepersonal, viel zu viel Druck, höheres Arbeitspensum in geringerer Zeit.“ Sie ahnt, dass „auf den neuen Stationen in grellen Farben mit modernster Ausstattung“, die Wege doppelt so lang seien, so dass das Pflegepersonal „glatt noch Disko-Roller oder Inline Skates“ benötigten.

Ärzte nur für einen Bereich des Körpers zuständig

Gerade ältere Menschen seien angewiesen auf ihre Mitmenschen. Doch „sie verstehen häufig die heutigen Ärzte und manchmal auch das Pflegepersonal nicht mehr, nicht nur, weil diese eventuell sogar der deutschen Sprache nicht mächtig sind, sondern vielmehr, weil der freundliche Umgang, die Empathie, die soziale, emotionale Intelligenz fehlt! Sie haben einfach keine Zeit dafür! Und wenn man dann niemanden hat, der für einen kämpft?“, fragt die Tochter des Erkrankten.

„Zudem sind viele Ärzte, die ich dort kennengelernt habe aus vielen Teilen dieser Erde, nur immer für einen Bereich des Körpers zuständig, sie betrachten den Mensch gar nicht mehr ganzheitlich. Dass man sich spezialisiert, ist wunderbar, aber man muss als ausgebildeter Arzt doch auch Zusammenhänge erkennen!“ Stefanie Feld begrüßt die Diskussionen, Zulassungsvoraussetzungen für das Medizinstudium einem „Normalmaß anzupassen“. Dass nicht ein 1,0-Abiturdurchschnitt zähle, sondern ob Bewerber sozial, emotional, emphatisch, achtsam, weitblickend sind“. Sie mache sich Gedanken, „wie es wohl für mich in 20 plus Jahren aussieht“.

Hochspezialisierte Fachabteilungen

Bernd Ebbers, Geschäftsführer Katholisches Karl-Leisner-Klinikum, versichert, Patienten bestmöglich zu versorgen. Sollte man das anders empfinden, „tut uns das sehr leid.“ Die Menschen stünden im Mittelpunkt, keine Renditen.

In der medizinischen Versorgung setze das Klinikum seit Jahren auf Schwerpunktbildung. 130 000 Patienten ambulant und stationär in den vier Krankenhäusern des Klinikums im vergangenen Jahr „profitieren von hochspezialisierten Fachabteilungen“, die eng zusammenarbeiteten, so Ebbers. Das ermögliche eine qualitativ hochwertige Medizin. „Wir zertifizieren unser Klinikum aktuell nach der Managementnorm DIN EN ISO 9001 / 2015. Für uns ist das ein Meilenstein.“

In der Pflege sei das Klever Krankenhaus gut besetzt. Zwar spüre man auch hier den Fachkräftemangel. „Aber wir können unsere offenen Stellen besetzen.“

Ambulanzen am Wochenende voll

Für die Mitarbeiter/innen sei es mehr als nur ein „Job“, sondern „Ausdruck tätiger Nächstenliebe und menschlicher Zuwendung“.

Manchmal gehe es aber sehr stressig zu. Man sei mit schwierigen Rahmenbedingungen konfrontiert. Er nennt zwei Beispiele: Die Ambulanzen und Notaufnahmen der Krankenhäuser seien stark belastet, manchmal überlastet. Vor allem an Wochenenden oder Feiertagen, wenn Arztpraxen geschlossen haben. So behandele man Patienten nach Dringlichkeit ihrer Erkrankung. „In der Zentralen Aufnahmestation des St.-Antonius-Hospitals kümmert sich eine Mitarbeiterin ausschließlich um die sogenannte Triage,“ die Priorisierung, die Reihenfolge.

Modernisierung eine der wichtigsten Aufgaben

Ebbers erinnert: Das Rheinisch-Westfälische Institut für Wirtschaftsforschung ermittelte, dass NRW jedes Jahr eine Milliarde Euro zu wenig in seine Kliniken investiere. Der Investitionsstau in den Krankenhäusern nehme stetig zu. „Dabei ist die Modernisierung unserer Krankenhäuser eine unserer wichtigsten Aufgaben,“ so Ebbers.

Mit dem hochmodernen Bettenhaus des St.-Antonius-Hospitals habe der Komfort für die Patienten „einen Quantensprung gemacht, die medizinische Qualität sich weiter verbessert. Die Kosten von 35 Millionen Euro sind von uns komplett mit Eigenmitteln finanziert.“ Das Klinikum stelle sich den Herausforderungen, „um unsere Patienten bestmöglich zu versorgen“.

 

                                                                                                                                                                                                                                   (Astrid Hoyer-Holderberg)

                                                                                                                                                                                                                                   (Quelle: NRZ, 25.01.2018)